Seh- und Augentraining // Gehirnerschütterung

Visuelle Auffälligkeiten nach einer Gehirnerschütterung

Gehirnerschütterungen im Sport oder durch Unfall

Bei Gehirnerschütterungen (commotio cerebri) handelt es sich um die leichteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas. Eine solche Verletzung kann im Sport oder im Strassenverkehr schnell auftreten. Trotzdem bleiben viele Gehirnerschütterungen unentdeckt.

Zwischen 80% und 90% der betroffenen Personen erholen sich innerhalb von 14 Tagen auf ein identisches neuro-funktionelles Niveau. Bei 2.5% der Betroffenen zeigen sich auch 45 Tage nach dem Unfall immer noch Symptome (postkommotionelles Syndrom).1


Symptome

Vom Betreuer beobachtete Symptome (akut):
Betroffener wirkt benommen, abwesend, verlangsamt, verwirrt, «leere Augen», bewegt sich ungeschickt, auffällig, unkoordiniert, ist verlangsamt in seiner Aussprache

Vom Betroffenen rapportierte Symptome (akut):
Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindelgefühl, «Nebel-» oder «Haubengefühl», Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, Sehstörungen, lähmende Trägheit, Licht- und/oder Lärmempfindlichkeit, Konzentrations- oder Erinnerungsstörungen, Müdigkeit

Langzeitsymptome:
Schlafstörungen, Depressionen, Angstzustände, Sehstörungen etc.

Visuelle Symptome einer Gehirnerschütterung:
Kopfschmerzen bis zur Migräne, dumpfe Schmerzen um den Augapfel, verschwommene Sicht/Bilder beim Blick in die Nähe, visuelle Ermüdung, erhöhte Lichtempfindlichkeit, Doppelbilder, Sehstörungen (Blitze, Sterne, Nebelgefühl), Probleme mit der Tiefenwahrnehmung,
 reduzierte Auge-Hand-Koordination, brennende, juckende, wässerige Augen, reduzierte Lesegeschwindigkeit,
 Verlust der Zeile und Position im Text,
 reduzierte Konzentration und Aufmerksamkeit.

Rund 67% der von einer Gehirnerschütterung betroffenen Personen rapportieren die oben beschriebenen Symptome. Eine Schädigung der Okulomotorius-Areale beeinflusst wesentliche Funktionen der äusseren Augenmuskeln und stört die Pupillenfunktion sowie die Akkommodation. Dieser schwerwiegende Mix ist verantwortlich für die «funktionell-visuellen» Auffälligkeiten nach der Diagnose einer Gehirnerschütterung.

Funktionell-visuelle Abklärung bei Gehirnerschütterungen:2
Je nach Ausprägung und Schwere der Symptomatik sollte neben der gängigen ärztlichen Versorgung eine gründliche Abklärung der Sehfunktionen durchgeführt werden. 3 Anschliessend können therapeutische Massnahmen wie eine unterstützende Brillenkorrektur, der Einsatz von speziellen Filtern und/oder visuelles Training (Vision Therapy)4 umgesetzt werden.


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1

Decq u. a., «Long-term consequences of recurrent sports concussion.»

2

Rachel E. Ventura, MD, PhD u. a., «Diagnostic Tests for Concussion: Is Vision Part of the Puzzle?»

3

Eric S. Sussmann, MD u. a., «Clinical evaluation of concussion: the evolving role of oculomotor assessments.»

4

Ciuffreda, Rutner, und Kapoor, «Vision therapy for oculomotor dysfunction in acquired brain injury: A retrospective analysis.»

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